Made in China

SHENZHEN. Wie keine andere Stadt steht die 13-Millionen-Metropole Shenzhen im Perlflussdelta für den Aufstieg Chinas – und für den Wandel, den die Regierung mit dem Programm „Made in China 2025“ umsetzen will. Vor erst 40 Jahren wurde Shenzhen in einem Gebiet entlang der Grenze nach Hongkong gegründet und kam als erste Sonderwirtschaftszone unter Deng Xiaoping schnell zu wirtschaftlichem Wachstum. Seither zieht es Menschen aus ganz China in den Süden: Allein von 2005 bis 2018 wuchs die Einwohnerzahl der Stadt um mehr als 50 Prozent, fast jeder, der hier lebt und arbeitet, ist ein Zugereister.

LP_Metro_ShenzhenViele andere Metropolen in der Welt wären dabei im Chaos versunken – nicht aber Shenzhen. Im Gegenteil: Seit einigen Jahren treibt die Regierung die Modernisierung massiv voran. Und das nicht nur mit dem Neubau riesiger Wohntürme, dem Ausbau des Straßennetzes und dem Bau neuer Trassen für die Hochgeschwindigkeitszüge, die Shenzhen mit anderen Metropolen im Perlflussdelta verbinden. In Shenzhen ist mittlerweile jedes Taxi mit einem reinen Elektroantrieb unterwegs und trägt das Markenlogo des chinesischen Fahrzeugherstellers BYD, der seinen Hauptsitz in einem nördlichen Stadbezirk hat. Aus dem gleichen Hause kommen die 16.000 Elektrobusse, die die mit Diesel betriebenen Busse komplett ersetzt haben. Und überall in der Stadt werden neue Metrolinien gebaut, um neue Stadtteile anzubinden und die  bestehenden Linien zu entlasten – denn in der Rush Hour kann es in den Abteilen schon mal voll werden.

Auch die Industrie ist im Wandel. Die umweltbelastende und arbeitsintensive Produktion von Textilien und Kunststoffartikeln ist ins chinesische Binnenland oder nach Vietnam, Kambodscha und Bangladesh abgewandet, die von elektronischen Komponenten wie Leiterplatten vor die Tore der Stadt verbannt worden. Shenzhen setzt statt dessen auf Innovation und HighTech. Im Stadtbezirk Nanshan sammeln sich Technologiefirmen und Start-ups rund um die Hauptsitze des Internetriesen Tencent und des Telekommunikations-Ausrüsters ZTE. Direkt nebenan in Futian ist das Finanzzentrum der Stadt mit Börse, Banken und möglichen Investoren. Im nordöstlichen Bezirk Longgang hat Huawei seinen Hauptsitz mit 45.000 Mitarbeitern, vis-a-vis beschäftigt Foxconn 300.000 Mitarbeiter – der taiwanesische Auftragsfertiger produziert nicht nur für Apple, sondern eben auch für Huawei. Außerdem haben auch einige deutsche Firmen ihren Weg nach Shenzhen gefunden.

Für das Magazin AMPERE des Zentralverbandes Elektrotechnik  und Elektronikindustrie (ZVEI) konnte ich eine Woche lang den Wandel miterleben, den Shenzhen mit voller Wucht vorantreibt. Wie die Menschen in der Stadt leben und wie Digitalisierung und Automatisierung die Wirtschaft im Perlflussdelta verändern, wird in der kommenden Ausgabe der AMPERE zu lesen sein. lp

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