Es werde Licht!

FRANKFURT AM MAIN. Dienstag ist „Technik und Motor“-Tag, nicht nur für mich als F.A.Z.-Autor, sondern, wie ich aus unzähligen Gesprächen weiß, für viele Entscheider in der Republik. Meist bin ich für „Motor“ zuständig, die Antriebstechnik im engeren Sinn. Ob elektrisch oder per Verbrennungsmotor, es macht mir großen Spaß, technische Zusammenhänge so zu erklären, dass auch der kaufmännisch oder juristisch geprägte Leser Spass an Technik hat. Doch heute erschien das Buch „Technik und Motor“ mit einem Aufmacher, in dem ich Automatisierung und Digitalisierung in der Lichttechnik beschreibe. Licht, eine Form der masselosen Energieübertragung, fasziniert mich seit jeher – insofern bin ich dankbar, dieses Thema für die F.A.Z. auch künftig verfolgen zu dürfen.

aufmacher_licht_FAZAnders als andere Tageszeitungen wird die F.A.Z. nicht verschenkt. Sie können den Beitrag als nur lesen, wenn Sie Abonnent sind oder die heutige Ausgabe als Druckwerk oder per App erwerben. Hier daher nur der Einstieg:

Schlaue Laternen und Blaulicht für Schüler
Die LED-Beleuchtung verdankt ihren Siegeszug der hohen Energie- effizienz. Nun stehen Automatisierung und Vernetzung im Mittel- punkt. Licht wird zum Einfallstor für das Smart Home.
Es werde Licht. Und es ward Licht. So einfach ist das nicht nur in der Genesis, sondern auch heute: Wo Zivilisation ist, da ist auch ein Lichtschalter. Noch. Denn die Hersteller von Lampen und Leuchten arbeiten daran, das technische Licht zu automatisieren und zu vernetzen – und damit die klassische Bedienung per Schalter durch Apps zu ergänzen oder sogar völlig zu ersetzen. Die Voraussetzung dafür bietet die LED-Technik, die in den vergangenen Jahren einen Siegeszug angetreten hat. Philips gibt an, 48 Prozent des Lichtgeschäfts werde mittlerweile mit Leuchtdioden bestritten. Das mittelständische Unternehmen Ridi, das vor allem professionelle Lichtlösungen für Büros, Fabriken und Warenhäuser im Blick hat, spricht sogar von bis zu 60 Prozent…

Stuttgarter Symposium: Das Auto muss sich verändern

STUTTGART. Das Stuttgarter Symposium für Automobil- und Motorentechnik gehört zu den renommiertesten Ingenieurtagungen in Deutschland. Ich hatte das Vergnügen, heute die abschließende Podiumsdiskussion zu moderieren. Ein Vergnügen, weil die lebhafte Diskussion mit Experten aus Industrie und Wissenschaft zeigte: Die Automobilindustrie hat verstanden, dass ein rascher Paradigmenwechsel notwendig ist, um die Mobilität der Zukunft aktiv zu gestalten. Einige Zitate aus der heutigen Veranstaltung:

Lebhafte Diskussion: Auf dem Podium des Stuttgarter Symposiums mit Harald Naunheimer (ZF) und Wolfgang Schwenk (Opel)

Lebhafte Diskussion: Auf dem Podium des Stuttgarter Symposiums mit Harald Naunheimer (ZF) und Wolfgang Schwenk (Opel)

Carla Bailo, Ohio State University und Vizepräsidentin der Society of Automotive Engineers International: „Die Spritpreise werden langfristig nicht so niedrig bleiben, wie sie es heute in den Vereinigten Staaten sind. Auch wenn Kunden derzeit noch wenig Interesse an Elektro- und Hybridfahrzeugen zeigen, ist es doch wichtig dass wir jungen Ingenieure vermitteln, wie wichtig es ist, die Entwicklung in Richtung alternativer Antriebe voranzutreiben.“
Dr. Stefan Kampmann, Entwicklungsleiter des Bosch-Bereichs Benzinmotoren: „Entwicklungen auf zehn Jahre im Voraus zu planen, das funktioniert vielleicht bei Emissionsrichtlinien – nicht aber in der vernetzten Welt. Wir müssen viel schneller und intuitiver entwickeln und neue Ideen schon nach wenigen Monaten mit ausgewählten Kunden testen.“
Dr. Harald Naunheimer, Forschungschef von ZF Friedrichshafen: „Ob sich Elektrifizierung durchsetzt, ist nicht ein erster Linie eine Frage von Subventionen. Das Thema kommt massiv, in Europa wie in China. Modulstrategien ermöglichen, solche Technologien auch bei relativ geringen Stückzahlen erfolgreich in den Markt zu bringen.“
Wolfgang Schwenk, General Director für die Fahrzeugentwicklung bei Opel: „Wir werden viel schneller autonom fahrende Autos auf den Straßen sehen, als wir uns das heute noch vorstellen können. Das ermöglicht auch neue Geschäftsmodelle, etwa Flotten von selbstfahrenden Taxis. Natürlich ist die Sicherheit ein Thema, aber die wird beherrschbar sein.“

Autonomes Fahren, Elektrifizierung und Vernetzung – die Menschen auf dem Podium ließen wenig Zweifel daran, dass das Auto sich in Zukunft rasch verändern wird. Das lässt hoffen, dass Stuttgart als Nukleus des Automobils auch in Zukunft eine wichtigere Rolle als das Silicon Valley spielen wird.