Irreführende Werbung

DONAUESCHINGEN. Immer noch wirbt die Solarbranche mit der installierten Leistung neuer Anlagen. Doch längst ist auch Lieschen Müller klar: Wo 1 MW drauf steht, kommt noch lange nicht 1 MW raus, schon gar nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche. Wie wenig aussagekräftig Angaben zur theoretischen Spitzenleistung bei erneuerbaren Energien sind, zeigt eine heute veröffentlichte Statistik des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) zu den tatsächlich erzeugten Energiemengen im Jahr 2012. Demnach gilt:

  • Im Jahr 2012 waren in Deutschland 1,3 Millionen Solaranlagen mit einer nominalen Spitzenleistung von 31,4 Megawatt sowie 22.200 Windkraftanlagen mit einer nominalen Gesamtleistung von 30,9 Megawatt installiert.
  • Aus einem Megawatt installierter PV-Leistung entstanden nur 832 Tausend Kilowattstunden. Anders formuliert: Die tatsächliche Durchschnittsleistung betrug nur 3,3 Megawatt, also etwas mehr als ein Zehntel des offiziellen Wertes.
  • Deutlich besser schnitt die Windkraft (an Land) ab, die aus einem Megawatt installierter Leistung immerhin 1,6 Millionen Kilowattstunden erzeugte. Die Durchschnittsleistung betrug hierbei immerhin 6,2 Megawatt.
  • Wie effektiv thermische, wetterunabhängige Prozesse zur Energieerzeugung sind, beweist die Biomasse. Zwar betrug die installierte Gesamtkapazität nur 5,9 Megawatt, die Einspeisung von 34 Mrd. kWh überstieg die der Solarindustrie von 26 Mrd. kWh deutlich.

Merke darum: Die installierte Leistung sagt bei Erneuerbaren nichts – einfach gar nichts – aus. Wer dennoch damit hausieren geht, muss sich wegen irreführender Werbung hinterfragen lassen.

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Was kommt nach LED?

MÜNCHEN. Ende März eröffnet mit der „light+building“ in Frankfurt die weltweit wichtigste Fachmesse für alle, die vom Licht leben. Die im zweijährigen Turnus durchgeführte Veranstaltung lebte in den letzten Jahren vom Trend zur LED. Nun, da das aus Halbleitern erzeugte Licht allgegenwärtig ist, steht die Frage im Raum, was nun noch kommen kann. Eine Antwort versuchte Klaus Streubel, Forschungschef von Osram, auf einer Vorveranstaltung, die vorgestern in München stattfand. Alle, die auf die Frage „Was kommt nach der LED?“ (so der Titel seines Vortrages), hat Streubel enttäuscht. Denn seine Botschaft war simpel: „Wir müssen uns künftig abgewöhnen, über Lichtquellen zu reden.“ Denn die LED wird nicht durch OLEDs oder Laserlicht abgelöst, sondern nur ergänzt. Stattdessen gelte es, über die Qualität des digitalen Lichts und seiner Steuerung zu reden. Dabei geht es Streubel nicht nur darum, Lichtfarbe oder Helligkeit zu steuern – das könne schließlich jeder. Die darüber hinausgehenden Möglichkeiten, etwa eine dem Verhalten des Menschen oder dem einfallenden Sonnenlicht angepasste Steuerung, deutete Streubel nur an. Auf der Messe dürfte es hierzu eine detailliertere Ankündigung von Osram geben. Wettbewerber Philips versprach auf der gleichen Veranstaltung, auf der light+building eine neue Generation der per App steuerbaren Hue-LED-Leuchten vorzustellen.

Mit dem Licht der Zukunft beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe von Ampere

Das Licht der Zukunft in der aktuellen Ampere

Bereits erschienen ist diese Woche die von mir redaktionell betreute aktuelle Ausgabe der „AMPERE“, die den Umbruch im Lichtmarkt thematisiert. Neben je einem Interview mit Osram-Chef Wolfgang Dehen und Dietmar Zembrot, dem CTO von Trilux, finden sich Berichte unter anderem zur Photonikforschung, zur biologischen Lichtwirkung und zum Marktgeschehen. Das komplette Magazin steht hier zum Download.

Und noch einmal Licht in dieser Woche: Am Dienstag erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel „Hell wie der Tag“ ein kurzer Beitrag von mir zum Laserscheinwerfer, der dieses Jahr noch bei Audi und BMW in Serie gehen soll. Auch er wird das LED-Licht auf absehbare Zeit nicht ersetzen, sondern nur um ein besonders weitreichendes Fernlicht ergänzen.