Von aktiven Häusern bis zu selbstfahrenden Autos: Fortschritte 2013

FRANKFURT AM MAIN. Es war ein spannendes Jahr für einen Journalisten, der sich mit Energie, Mobilität, Licht und nachhaltiger Stadtentwicklung beschäftigt. Reich an technischem Fortschritt und gesellschaftlicher Diskussion sowie an Begegnungen mit Forschern und Unternehmern in aller Welt. Als Resultat meiner Gespräche und Beobachtungen sind einige Dutzend Veröffentlichungen entstanden. Hier eine Auswahl:

Für das Ressort „Technik und Motor“ der Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb ich über Elektro- und Verbrennungsmotoren, über Getriebe, Leichtbau und zuletzt sogar über die Lokomotive von Jim Knopf und Lukas. Besonders stolz bin ich auf den im Juni erschienenen Aufmacher „Von der Norm zur Normalität“, in dem ich mich mit der (zunehmenden) Abweichung des Real- vom Normverbrauch beschäftige.

titelseite_l-buchEtwa zum gleichen Zeitpunkt  erschien mein Buch „Eine Reise in die Zukunft des Lichts“, in der die fiktive Titelheldin Carla Aura der Geschichte des Lichts auf der Spur ist. Es spannt einen weiten Bogen von der Astronomie über die Erfindung der Glühlampe bis hin zum digitalen Licht aus LEDs. Recherche und Produktion des Buches wurden von Osram unterstützt.

 

Titelseite AmpereEin ganzes Magazin – von der redaktionellen Konzeption bis hin zur Lieferung aller Texte – erarbeitet delta eta im Auftrag der Münchner Agentur PICS für den Elektro-Branchenverband ZVEI. Die Erstausgabe von AMPERE erschien zur Hannover Messe 2013, seither folgt im Quartalsrhythmus eine Ausgabe. Die aktuellste beschäftigt sich mit der Energiewende.

 

 

urban20_ausgabe 2-13_titelFür den Fachverlag publish-industry durfte ich zwei Ausgaben des Magazins „Urban 2.0“ betreuen, das sich mit Technologien für nachhaltige Stadtentwicklung beschäftigt. Ob das Fazit zur Internationalen Bauausstellung IBA in Hamburg, Interviews mit Städtetagspräsident Maly oder Stadtplaner Speer oder die Perspektiven von Aktivhäusern – das Thema ist spannend und wichtig zugleich!

 

Die CO2-Gesetzgebung, insbesondere die 2020er-Grenzwerte für Pkw, haben auch 2013 einen Teil meiner Arbeit bestimmt. Die vielleicht wichtigste Veröffentlichung dazu schrieb ich für die Branchenzeitung „Automobilwoche“ in dem Blickpunkt „Katalog der Grausamkeiten„, der sich damit beschäftigt, was nach 95 g/km kommen kann.

Unter meinen Beiträgen für Unternehmenspublikationen möchte ich zwei hervorheben, auf die ich besonders stolz bin: Für die Ausgabe 360 des „Christophorus„, die dem 50sten Geburtstag des Porsche 911er gewidmet war, verfasste ich eine Kurzgeschichte des Turbomotors. Und im Siemens-Forschungsmagazin „Pictures of the Future“ zeigte ich in der Frühjahrsausgabe, wie Bestandskraftwerke modernisiert und somit deutlich klimafreundlicher gestaltet werden können.

Wenn ich über 2013 nachdenke, dann gibt es da natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Geschichten, die mir sofort einfallen – und über die ich noch nichts sagen darf, weil sie noch nicht publiziert sind. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

Allen Kunden und Freunden von delta eta wünsche ich einen guten Start in das kommende Jahr! Ich bin mir schon heute sicher: Es bleibt technisch spannend!

F.A.Z., Automobilwoche und Mobility 2.0 – Redaktionelle Projekte 2014

FRANKFURT AM MAIN. Freie Journalisten sind von Natur aus polygam, die Bindung an einen einzelnen redaktionellen Partner ist nicht nur aus versicherungsrechtlichen Gründen (Stichwort „Scheinselbständigkeit“) schwierig. Sondern auch, weil es für einen Unternehmer, und das ist jeder freie Journalist in eigener Sache, nicht vernünftig ist, sich von einem einzelnen Kunden vollständig abhängig zu machen. Allerdings ist Polygamie nicht zu verwechseln mit dem Aneinander-Reihen von One-night-Stands, sondern bedeutet die liebevolle Hinwendung zu mehr als einem Kunden. Dazu ist es notwendig, dass die Medien, für die ich arbeite, nicht in direktem Wettbewerb zueinander stehen, sondern sich sinnvoll so ergänzen. Genau dies ist der Fall bei drei Medien, für die ich im Bereich Mobilität tätig bin:

Das Ressort „Technik und Motor“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bietet – in der deutschen Zeitungslandschaft einzigartig – dem gebildeten Leser die Gelegenheit, sich in verschiedene Technikwelten ohne jedes einschlägige Vorwissen einzuarbeiten. Mein Part ist dabei ein recht bescheidener: Ich berichte regelmäßig über komplexe Neuerungen der Fahrzeugtechnik und versuche, diese allgemeinverständlich und leicht lesbar darzustellen. Gelegentlich Ausflüge in benachbarte Technikfelder sind nicht auszuschließen.

Die Branchenzeitung „Automobilwoche“ ist eines der wenigen Fachmedien, das sachlich, neutral und nachrichtenorientiert seinen journalistischen Auftrag wahrnimmt. Auch in der Automobilwoche nehme ich schwerpunktmäßig Technikthemen ins Visier, wobei die Irrungen und Wirrungen gesetzlicher Vorgaben, zum Beispiel in der Europäischen Union, immer wieder gute Geschichten-Anlässe geben. Ich betreue unter anderem das Special Powertrain, das im Frühjahr 2014 erscheinen wird.

Last, but not least: Ab 2014 unterstütze ich auf freiberuflicher Basis als Leitender Redakteur die Fachzeitschrift „Mobility 2.0„, die im Münchner Fachverlag „publish industry“ erscheint. Es handelt sich um eine Ausgründung aus dem erfolgreichen Magazin „Energy 2.0“, die sich der vernetzten und ökologisch verträglichen Automobilität der Zukunft widmet. Vier mal im Jahr wollen wir eine Fachzeitschrift gestalten, die überblicksartig die wichtigsten Branchentrends zusammenfasst – von Fachleuten, für Fachleute, mit technischem Tiefgang, ohne sich in den Details der Verschraubungstechnik zu verlieren.

Ich freue mich auf das Jahr 2014, die Arbeit für drei Medienkonzepte, von denen ich zutiefst überzeugt bin, und vor allem viele spannende Technik- und Mobilitätsgeschichten!

Warum ich schreibe

Als ich mich im Alter von 17 Jahren die Leistungskurse für mein Abitur wählen musste, wollte ich unbedingt Physik und Religion kombinieren – eine in meinem Jahrgang einzigartige Verbindung. Auf dem Informationsabend für die Eltern meines Jahrgangs warf der Schulleiter eine Folie mit allen möglichen Kombinationen an die Wand. Hinter meiner stand: „Schulwechsel?“.

In der Tat wechselte ich die Schule, weil ich nicht ablassen wollte von meiner wilden Idee, Physik und Metaphysik, also die ganze Welt, zu verstehen. Es musste doch möglich sein, sich weder dem Lager der mathematisch-naturwissenschaftlich interessierten Nerds noch dem literarisch-romantischem der angehenden Germanistik- und Philosophiestudenten zuschlagen zu lassen.

Sich nicht vereinnahmen lassen, das blieb auch mein Motto in mehr als 20 Berufsjahren, in denen ich verschiedene leitende Positionen in Verlagen und einem Industriebetrieb einnahm. Nie wollte ich einsehen, dass sich technische, ökonomische und gesellschaftliche Entwicklungen von einander trennen lassen. Nie wollte ich einsehen, dass die Schönheit der natürlichen, von Naturgesetzen geordneten Welt weniger wert sei als ein Gedicht. Und umgekehrt wollte ich die Wahrheit, die in Lyrik und Poesie steckt, nie im Sinne einer zweiten, weniger bedeutenden Wirklichkeit abwerten.

Für meine Zwiespältigkeit, Resultat meiner Suche nach dem Ganzen, musste ich mich von beiden Seiten, den Ingenieuren wie den Germanisten, oft kritisieren lassen. Eine prominente Zeit-Autorin bezeichnete mich gar als „technokratisch blind“, nur weil ich darauf beharre, dass die Gesetze der Physik auch für erneuerbare Energien gelten. Viele meiner Freunde sind Ingenieure, beargwöhnen jedoch meinen Hang zur Beschäftigung mit literarischen oder philosophischen Texten: „Was soll das bringen?“, fragen sie.

Die Frage ist weder schlecht noch unberechtigt. Denn einerseits bin ich felsenfest davon überzeugt, dass eine gerechte Weltordnung, in der neun oder mehr Milliarden Menschen in Wohlstand leben wollen, nur durch technischen Fortschritt möglich ist. Andererseits entscheiden Menschen eben nicht streng rational, sie sind fühlende Wesen. Und auch wenn das Gefühl immer wieder trügt, ist es als Faktor der gesellschaftlichen Entwicklung nicht zu vernachlässigen. Abgesehen davon, dass uns naturwissenschaftliches Denken in den letzten Fragen oft nicht weiterhilft. Wir merken das spätestens, wenn ein enger Freund an Krebs erkrankt oder die eigenen Eltern sterben.

Nun also, meine Rolle in dieser Welt, mein Schreiben dient einem einzigen Zweck: Verständnis zu vermitteln für technisch-physikalische Zusammenhänge, die unsere moderne Welt prägen, und damit Hoffnung auf eine bessere Welt zu nähren, in der alle Menschen so leben können, wie wir es uns für uns selbst in Anspruch nehmen. Dabei will ich den Menschen, seine „Geworfenheit“ (Heidegger), nicht vernachlässigen. Ich meine, eine Synthese zwischen Physik und Metaphysik ist nach wie vor möglich. Nicht im Sinne einer Universaltheorie, die von Gott bis zur Photosynthese alles erklärt. Sondern in einem Nebeneinander, das die Gesetzmäßigkeiten der physischen Welt genauso erklärt (und bewundert) wie die unscharfe Wahrheit, der sich der Mensch in existenziellen Fragen stellen muss.

Kann die große Versöhnung gelingen? Letztlich bin ich mir nicht sicher, ob es viele Menschen gibt, die die Maxwell’schen Gleichungen und den humoristischen Blick Shakespeares auf das menschliche Dasein als gleichwertige kulturelle Leistungen ansehen. Das aber sind sie!