IAA: Zauberwort Plug-in-Hybrid

FRANKFURT AM MAIN. Routiniert wie stets moderiert Kommunikationschef Stephan Grühsem durch die Abendveranstaltung vom Volkswagen, die längst als inoffizielle Eröffnung der IAA gilt. Nur an einer Stelle gab er sich scheinbar ratlos: „Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen noch nicht verstanden haben, was ein Plug-in-Hybrid ist“, sagte er im inszenierten Duett mit Audi-Chefentwickler Ulrich Hackenberg. „Das heißt, dass man das Auto auch an der Steckdose laden kann“, klärte der auf.

Elektro pur oder Plug-in-Hybrid? Letzterer steht bei der IAA im Rampenlicht

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Nach der IAA werden wahrscheinlich alle am Auto halbwegs interessierten eine ähnliche Antwort geben. Denn Plug-in-Hybride werden bei nahezu allen Herstellern ein zentrale Rolle spielen. Natürlich bei Porsche, wo die Serienversion des 918 Spyder auf dem Stand steht, atemberaubend in seiner Le-Mans-Ästhetik. Vor mehr drei Jahren gab die Studie zu diesem Auto der ganzen Branche den Anlass, sich erstmals mit dem Thema Plug-in ernsthaft zu beschäftigen. Der damalige Chefentwickler Wolfgang Dürheimer hatte seinen Entwickler den Auftrag gegeben, ein Auto zu entwickeln, das im Normzyklus nur drei Liter auf 100 Kilometer verbraucht – und trotzdem in drei Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt.

Auf der IAA stehen viele Modelle, die diesen Gedanken adaptieren. Natürlich aus dem VW-Konzern, zu dem Porsche gehört. Zum Beispiel ein serienreifer A3 e-tron, aber auch die Studie eines Quattro-Nachfolgers. Auch in Stuttgart und München gehört „pluggen“ zum guten Ton. So präsentiert Mercedes in der Halle 1, der ehrwürdigsten in Frankfurt, eine Drei-Liter-Version der S-Klasse.  Und BMW stellt mit dem i8 einen Hybrid-Supersportler vor, der ebenfalls auf einen rekordverdächtigen Verbrauch kommt. Das reine Elektroauto spielt zwar an der einen oder anderen Stelle ebenfalls eine Rolle, doch scheint es zurückzutreten gegenüber der Kombination von klassischem Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Hier ist Messebesuchern die elektrische Version des kleinen Volkswagen, der e-up! besonders zu empfehlen. Mit einem Stromverbrauch von 11,7 kWh auf 100 Kilometer liegt er sehr deutlich unter den Durchschnittswerten, die in großen Flottentests für bisher marktgängige Modelle ermittelt wurden.

So faszinierend die neue teilelektrische Welt auch ist, eines werden die IAA-Besucher auf der Messe nicht lernen: Elektrisches Fahren ist mitnichten emissionsfrei, weil der Strom nicht emissionsfrei erzeugt wird – zumindest nicht in Deutschland im Jahr 2013. Daher trifft Volkswagen-Chef Martin Winterkorn in seiner Eröffnungsrede einen wunden Punkt der Branche: „Wer es mit der Elektromobilität ernst meint, muss sich um die gesamte Energiekette kümmern.“

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