Katalog der Grausamkeiten – Blickpunkt in der Automobilwoche

OBERPFAFFENHOFEN. Was in anderen Medien die Seite 3 ist, entspricht in der Branchenzeitung Automobilwoche der anderthalbseitige „Blickpunkt“. In der gestern erschienenen Ausgabe setze ich mich kritisch mit dem Vorschlag des EU-Europaparlaments für neue, ab 2025 geltende CO2-Grenzwerte auseinander. 68 bis 78 Gramm pro Kilometer sollen als Richtwert schon heute festgeschrieben werden. Zum Vergleich: Das emissionsärmste Serienauto in Deutschland, der Kleinwagen up! mit einem Erdgas-Dreizylinder kommt heute auf 79 Gramm. Zudem sollen die Testzyklen verschärft und die Anrechnungsmöglichkeiten für verkaufte Elektroautos verringert werden. „Katalog der Grausamkeiten“, so die Headline, trifft es also ganz gut. Allerdings: Auch die Argumentation des Herstellerverbandes VDA geht in die Irre. Denn der Vorsitzende des Umweltausschusses, der Sozialdemokrat Matthias Groote, ist keinesfalls ein physikalisch Unkundiger, sondern ein rational argumentierender Wirtschaftsingenieur. Und mit dem neuen Panamera E-Hybrid beweist Porsche, dass 71 Gramm pro Kilometer nach dem geltenden Testzyklus selbst für ein 2,1-Tonnen-Fahrzeug mit mehr als 400 PS erreichbar sind.

Logo AutomobilwocheAbonnenten der Automobilwoche können den Blickpunkt hier abrufen, alle anderen müssen sich bei Interesse bitte an mich wenden. Ich bin jedenfalls froh, dass es Fachmedien gibt, die ausreichend Platz für differenzierten Journalismus jenseits aktueller Produkt-Hofberichterstattung vorsehen.

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