Klimaschutz? Deutschland kann es nicht [Kommentar]

Geradezu schockierend sind die Zahlen, die eine der wenigen energiepolitisch neutralen Stellen in Deutschland heute vorlegt: Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat den Primärenergieverbrauch Deutschlands im Jahr 2012 analysiert. Wer nichts von Mathematik versteht, freut sich zunächst über den rasanten Zuwachs der Erneuerbaren Energien, sie legten nämlich um 7,8 Prozent zu. Sonne und Wind gewannen demnach mehr Marktanteile als jeder andere Energieträger. Doch Vorsicht, auf niedriger Basis sehen Zugewinne stets imposant aus.

Die Wahrheit, die aus den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft spricht: Trotz Milliardensubventionen ist der Marktanteil der erneuerbaren gerade um jeden Anteil, nämlich 0,8 Prozentpunkte gewachsen, um den der Anteil der Kernenergie zurückgegangen ist. Kernkraftgegner freuen sich, sind doch Windkraftanlagen und Solaranlagen eindeutig mit weniger Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Klimaschützer hingegen dürften die Stirn runzeln: Der verbleibende Rest, den sich Mineralöle, Erdgas und Kohle teilen, bleibt konstant. In Summe wohlgemerkt. Da der Gesamtenergieverbrauch 2012 um etwa 0,8 Prozent gestiegen ist, steigt damit auch der absolute Verbrauch fossiler Energieträger. Besonders stark wächst übrigens der Marktanteil der klimaschädlichsten Form der Energieerzeugung: Im vergangenen Jahr wurden fünf Prozent mehr Braunkohle verstromt.

Die Frage muss erlaubt sein: Wofür geben wir Milliarden an Subventionen aus, wenn wir beim Klimaschutz auf der Stelle treten?

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