Der Sonntagsingenieur: Neue Serie in der Sonntagszeitung

Seit heute bin ich „Der Sonntagsingenieur“. Einmal im Monat publiziert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eine Serie, in der ich Technik vorstelle, die unsere Welt verändern kann. Jede Folge soll, so zumindest mein Anspruch, die Physik hinter komplexer neuer Technik so erklären, dass man sie ohne einschlägiges Vorwissen verstehen kann. Zudem werfe ich einen Blick auf heutige und zukünftig mögliche Anwendungen. Um den Sonntag nicht zu schänden, versuche ich weitgehend auf Fachausdrücke zu verzichten und auch sonst sprachlich absolute Sofa- und Strandtauglichkeit zu garantieren.

Signet der neuen Serie

Signet der neuen Serie

Den Auftakt macht eine Folge zur Supraleitung. Unter dem Titel „Widerstandskämpfer setzen sich durch“ zeige ich, wieso es sich lohnen kann, Stromleitungen soweit abzukühlen, dass sie keinen elektrischen Widerstand mehr aufweisen.

Die Redaktion hat den Beitrag nicht online gestellt, es bleibt also nur der Weg zum Kiosk. Was sich bei der Sonntagszeitung ja ohnehin lohnt…

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Klimaschutz? Deutschland kann es nicht [Kommentar]

Geradezu schockierend sind die Zahlen, die eine der wenigen energiepolitisch neutralen Stellen in Deutschland heute vorlegt: Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat den Primärenergieverbrauch Deutschlands im Jahr 2012 analysiert. Wer nichts von Mathematik versteht, freut sich zunächst über den rasanten Zuwachs der Erneuerbaren Energien, sie legten nämlich um 7,8 Prozent zu. Sonne und Wind gewannen demnach mehr Marktanteile als jeder andere Energieträger. Doch Vorsicht, auf niedriger Basis sehen Zugewinne stets imposant aus.

Die Wahrheit, die aus den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft spricht: Trotz Milliardensubventionen ist der Marktanteil der erneuerbaren gerade um jeden Anteil, nämlich 0,8 Prozentpunkte gewachsen, um den der Anteil der Kernenergie zurückgegangen ist. Kernkraftgegner freuen sich, sind doch Windkraftanlagen und Solaranlagen eindeutig mit weniger Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Klimaschützer hingegen dürften die Stirn runzeln: Der verbleibende Rest, den sich Mineralöle, Erdgas und Kohle teilen, bleibt konstant. In Summe wohlgemerkt. Da der Gesamtenergieverbrauch 2012 um etwa 0,8 Prozent gestiegen ist, steigt damit auch der absolute Verbrauch fossiler Energieträger. Besonders stark wächst übrigens der Marktanteil der klimaschädlichsten Form der Energieerzeugung: Im vergangenen Jahr wurden fünf Prozent mehr Braunkohle verstromt.

Die Frage muss erlaubt sein: Wofür geben wir Milliarden an Subventionen aus, wenn wir beim Klimaschutz auf der Stelle treten?