Deutsche Hersteller setzen auf Plug-in-Hybridfahrzeuge

Um künftige Emissionsvorschriften zu erfüllen, setzen die deutschen Automobilhersteller auf Plug-in-Hybridfahrzeuge. Sowohl Audi als auch Porsche kündigten auf dem 33. Wiener Motorensymposium, das in der letzten Woche stattfand, für 2013 die Markteinführung dieser Antriebstechnik an. Ein Plug-in-Hybridfahrzeug verfügt über einen Verbrennungsmotor und einen Elektroantrieb. Im Gegensatz zu den heute üblichen Hybridfahrzeugen ist die Batterie so groß ausgelegt, dass man 20 oder 30 Kilometer elektrisch fahren kann. Der Akku wird wie bei einem Elektrofahrzeug per Stecker (englisch: „plug“) aufgeladen.

Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz bezeichnete in seiner Eröffnungsrede den Plug-in-Hybriden als den „nächsten logischen Schritt“. Von der Sportlimousine Panamera seien mehrere Prototypen in der Erprobung. „Im Plug-in-Segment wird Porsche der erste deutsche Anbieter sein“, kündigte Hatz an. Dies deutet darauf hin, dass der Panamera  2013 mit dieser Technik ausgerüstet wird, denn Audi-Chef Rupert Stadler kündigte bei seinem Auftritt am Ende des Symposiums die Einführung des A3 Plug-in für Ende 2013 an. Das dürfte nur der Auftakt einer Ingolstädter Offensive in diesem Segment sein. „Wir setzen klar auf eine Plug-in-Hybridstrategie für alle kommenden Modellgenerationen“, so Stadler.

Konkurrent Daimler setzt zunächst auf die Kombination von Dieselmotor und Elektroantrieb. Wie Uwe Keller in seinem Vortrag zeigte, ist die Verbrauchsverbesserung erheblich. Im EU-Zyklus emittiert eine E-Klasse nur noch 109 Gramm Kohlendioxid je Kilometer, das entspricht einem volumetrischem Verbrauch von 4,2 Liter. Erzielt wurde dieser Wert vor allem durch eine klug gewählte Fahrstrategie: Alle jene Anteile des Testzyklus, in denen das Fahrzeug mit konstanter Geschwindigkeit fährt, werden elektrisch bestritten, nur in Beschleunigungsphasen schaltet sich der Verbrennungsmotor zu. Aber auch Keller kündigte die Entwicklung einer Plug-in-Variante an.

Hintergrund für die neue Liebe der deutschen Autohersteller zum „einstöpselbaren“ Hybridantrieb sind die kommenden CO2-Emissionsvorschriften, für die der Verbrauch von Reiselimousinen und Geländefahrzeuge deutlich gesenkt werden muss. Durch die größere elektrische Reichweite erzielen Plug-in-Hybride auch mit hohem Gewicht und leistungsstarken Verbrennungsmotoren Werte von 70 bis 80 Gramm CO2 je Kilometer. Es scheint so, als würden sich die deutschen Hersteller sogar darum bemühen, den Plug-in-Hybrid dem Elektrofahrzeug gleichzustellen. Jedenfalls wetterte Stadler gegen das U50-Kriterium (weniger als 50 Gramm je Kilometer), nach dem Bundesministerien und -behörden künftig zehn Prozent der Fahrzeuge beschaffen sollen. Plug-in-Fahrzeuge schaffen diese Werte in der Regel nicht. Fährt man einen Plug-in-Hybriden mehrere hundert Kilometer am Stück, liegt sein Verbrauch aufgrund des höheren Gewichts sogar über dem eines Autos, das einfach mit einem sparsamen Verbrennungsmotor ausgestattet ist. Für die Zulassung und möglich Strafsteuern zählt hingegen der Zyklusverbrauch – und darauf hin optimieren alle Hersteller derzeit ihre Antriebe.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s