Weltwirtschaft wächst stärker als Energiepreise steigen

Einer neuen Studie der Unternehmensberatung Bain zufolge wächst das Welt-Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um 40 Prozent, das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 3,6 Prozent. Die Energiepreise steigen im gleichen Zeitraum hingegen nur um 18 Prozent. Die Autoren führen mehrere Faktoren für die Entkoppelung der Trends an. Zum einen soll die Energieeffizienz im jährlichen Durchschnitt im 2,9 Prozent zunehmen. Zum anderen werde die zusätzliche Energienachfrage zu zwei Dritteln aus Erdgas und Kohle gedeckt werden. Neue Förderverfahren beim Erdgas wie das in Deutschland umstrittene Fracking und die ausgeweitete Kohleförderung in China wirkten preisdämpfend.

Motor für das starke Wachstum der Weltwirtschaft sei, dass der Mittelstand im Lauf der Dekade weltweit um 1,3 Milliarden zunimmt. Als Grenze für die Zurechnung nennt Bain ein Haushaltseinkommen von 5.000 US-Dollar. Indirekt befördert das aber auch die Wirtschaft in den westlichen Ländern. Von dem Trend zu höherer Ressourceneffizienz profitiert Bain-Partner Armin Schmiedeberg zufolge die deutsche Industrie besonders. Drei Viertel der weltweiten Infrastruktur-Investitionen fließen nach seinen Aussagen in die Energie- und Wasserversorgung.

Die Tendenz zu höherer Ressourcenknappheit bei globalen Lieferketten, auch das kann man der Studie entnehmen, führt indirekt auch zu höheren Militärausgaben. Keine Angaben werden dazu gemacht, wie sich in einem solchen Szenario die Kohlendioxid-Emissionen entwickeln.

Soweit die Fakten, doch was ist davon zu halten? In diesem Szenario, das bei der internationalen Energieagentur als „Business as usual“ („Weiter wie bisher“) bezeichnet würde, steigt das Bruttoinlandsprodukt stärker als die Energieeffizienz. Ein solcher Weg muss, vor allem wenn der Zuwachs vorwiegend aus fossilen Energieträgern stammt, zu einer Erhöhung der Kohlendioxidemissionen führen und verstärkt damit den Klimawandel. Kern des Übels: Es ist nicht teuer genug, Kohlendioxid zu emittieren, daher lohnt sich die Investition in besonders effektive fossile Kraftwerke genauso wenig wie der Umstieg auf unsubventionierte alternative Energieträger. Nur ein globaler Emissionshandel kann dieses Grundübel beseitigen und eine echte Trendumkehr einleiten. win

Das Original der Studie kann hier heruntergeladen werden.

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