Was heißt hier „intelligent“?

Berlin. Moderator Jo Schück bekam am zweiten Tag zu spüren, wie es sich anfühlt. wenn eine Maschine nicht das tut, was sie soll. Erst will der vom Computerlinguisten Jürgen Handke programmierte Roboter die Moderation übernehmen, dann versagt er bei einer geplanten Demonstration seiner Dialogfähigkeit. Handke selbst nennt ihn eine „ziemlich dumme Maschine“. Und doch war Künstliche Intelligenz der Techniktrend, über den auf dem heute beendeten Jahreskongress des Zentralverbandes der Elektroindustrie (ZVEI) am häufigsten diskutiert wurde. So führte Bosch-Chef Volkmar Denner vier Schlüsseltechnologien auf, die die Branche in Zukunft maßgebend beeinflussen werden: Cloud Computing, Vernetzung über das Internet der Dinge, die Blockchain für sichere Transaktionen – und die Künstliche Intelligenz, ohne die automatisiertes Fahren seiner Ansicht nach nicht möglich sein wird. So seien neuronale Netze unverzichtbar, wenn es um Bildanalyseverfahren ginge, etwa um Fußgänger sicher zu erkennen.

Gleichzeitig lenkte Denner den Blick auf eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Deutschland im Zeitalter der Digitalisierung wettbewerbsfähig bleibt: eine digitale Infrastruktur, die den Anforderungen an Bandbreite und Echtzeitfähigkeit genügt. „Was nutzt es“, so Denner, „wenn wir einen Stauende-Warner entwickeln, die Warnung aber eventuell erst 20 Minuten später beim Autofahrer ankommt?“. Deutschland, so das harte Urteil Denners, sei digitales Entwicklungsland. Auch der während des Kongresses wiedergewählte ZVEI-Präsident Michel Ziesemer mahnte eine Verbesserung der Infrastruktur an. Das von der Bundesregierung ausgegebene 1-Gigabit-Ziel sein richtig, der vorgesehene Zeitrahmen bis 2025 jedoch zu weit gestreckt. „Das muss viel schneller gehen“, forderte Ziesemer.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries stellte in Ihrer Rede in Aussicht, das in der kommenden Legislaturperiode ein 10-Milliarden-Infrastrukturprogramm gestartet werden soll. Experten gehen allerdings davon aus, dass der flächendeckende Breitbandausbau in Deutschland rund 80 Milliarden Euro kosten wird. Ihre Kabinettskollegin Johanna Wanka, zuständig für Bildung und Forschung, ging direkt auf das Thema Künstliche Intelligenz ein. Lernende Systeme sollen einen Schwerpunkt der künftigen Forschungsförderung darstellen. Es gelte jedoch, offen über Chancen und Risiken zu diskutieren. „In Deutschland ist der Angstfaktor groß“, so Wanka. Es irritiere sie allerdings schon, dass einzelne Silicon-Valley-Unternehmer sich für den Fall der Fälle abgelegene Inseln kauften.

Starke künstliche Intelligenz, die ein eigenes Bewusstsein entwickelt, wird es nach Ansicht von Dr. Wolfgang Hildesheim allerdings in absehbarer Zeit nicht geben. Der Mann sollte es wissen, leitet er doch die deutschsprachige Watson-Gruppe bei IBM. Die Projekte, an denen IBM hierzulande arbeitet, zielen derzeit überwiegend darauf, Call- und Service-Center noch stärker zu automatisieren. Allerdings zeigte er anhand der Fortschritte zwischen 1960 – damals wurde der erste neuronale Schaltkreis vorgestellt – und heute, dass Maschinen in strukturierten Aufgabenstellungen immer häufiger den Menschen schlagen – zuletzt im japanischen Brettspiel „Go“, dass unendlich viele Spielvarianten zulässt. Nahezu neuen Technologien, die in den kommenden Jahren ihren Marktdurchbruch erleben, so Hildesheim, werden auf Künstliche Intelligenz angewiesen sein.

Die kommenden Ausgaben des von delta eta redaktionell betreuten ZVEI-Magazins AMPERE beschäftigen sich mit den in Berlin diskutierten Technologien:

  • Ausgabe 3-2017 mit dem Thema Digitale Infrastruktur
  • Ausgabe 4-2017 mit dem Thema Künstliche Intelligenz

Vernetzter Transport

Wie wird die Logistik von morgen aussehen? Wenn es um die Anforderungen der Kunden geht, dann zeigt sich schon heute ein recht klares Bild. Was an einem Tag – meist per Internet – bestellt wird, soll spätestens am Folgetag bereits angeliefert sein. Das alles mit voller Transparenz und zu sehr geringen Kosten. Unmöglich? Nicht unbedingt, wenn die Transportbranche die Chancen der Vernetzung konsequent nutzt. Schneller, effizienter und Umwelt schonender Güterverkehr ist jedenfalls nur so möglich – etwa, indem die Lieferkette intelligent vernetzt wird und dadurch freie Laderaum-Kapazitäten von Lkw genutzt werden können.

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Die intelligente Vernetzung fängt gerade an, die Logistik auf ein neues Niveau zu heben. Solche fundamentalen Entwicklungen erfordern aber auch eine (fach-)mediale und kommunikative Begleitung. Deshalb haben der EuroTransportMedia Verlag und sein Flaggschiff „lastauto omnibus“ ein neues Magazin aus der Taufe gehoben: Die „CONNECTED TRANSPORT“, die jetzt zur transport logistic-Messe in München erstmals als eigenes Heft erscheint. delta eta durfte als externe Redaktion wirken – vom ersten Themenplan bis zum fertigen Artikel. Wir danken für dieses Vertrauen – und gratulieren den Machern im Verlag zu ihrem Mut, ein wichtiges Thema publizistisch anzupacken!

Aber lesen Sie selbst: www.connected-transport.de

Energieeffizienz erleben – jetzt auch auf Papier

FRANKFURT AM MAIN. Zwei Jahre haben wir Geschichten von Menschen gesammelt, die sich für Energieeffizienz einsetzen, und auf dem Portal energieeffizienz-erleben.de veröffentlicht. Ob auf einem Gletscher in den Alpen, auf einer einsamen Insel der Azoren-Gruppe, im Vergnügungspark, in einer Kirche oder einen Datenzentrum im Westfälischen: Es waren beeindruckende Begegnungen. Die neue Ausgabe von AMPERE dokumentiert jetzt die spannendsten Geschichten.

energieeffizienz-erleben-ampere-1-2017-222x314Der Printausgabe vorbehalten ist eines der interessantesten Interviews, die ich in den letzten Jahren führen durften: Klimaforscher Ottmar Edenhofer und ZVEI-Präsident Michael Ziesemer diskutieren die Frage, wie das Zwei-Grad-Klimaziel erreicht werden kann. Soviel sei verraten: Das wesentliche Mittel, um CO2-Einsparungen in einer Marktwirtschaft durchzusetzen, ist der Preis. Dafür wären die Protagonisten,  beide bekennende Wurstliebhaber, auch bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Herunterladen kann man sich die neue Ausgabe von AMPERE AMPERE 1-2017. Doch die tollen Fotos von Matthias Haslauer, der uns auf unseren Reisen begleitet hat, wirken auf Papier noch viel besser… win

Fünf Herausforderungen für den Verbrennungsmotor

FRANKFURT AM MAIN. Für die Jubiläumsausgabe der Automobilwoche skizziere ich im zweiseitigen Blickpunkt fünf zentrale Herausforderungen, denen sich der Verbrennungsmotor stellen muss:

  • Herausforderung 1: Wirkungsgrad
    Ein Hubkolbenmotor kann maximal zwei Drittel der im Kraftstoff gebundenen Energie nutzen. Diesem theoretischen Optimum näher zu kommen, ist Aufgabe der Entwickler. Unter Kosten-Nutzen-Aspekten ist eine milde Hybridisierung mit einem 48-Volt-System vermutlich der wichtigste Lösungsansatz.
  • Herausforderung 2: Realemissionen
    Ab Herbst 2017 wird die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte im realen Fahrbetrieb auf der Straße überprüft. Die RDE-Tests („Real Driving Emissions“) begünstigen Technologien, die den Schadstoffausstoß in Beschleunigungsphasen effektiv verringern. Dazu gehört die Zylinderabschaltung, die zunehmend auch bei kleinen Motoren eingesetzt wird.
  • Herausforderung 3: Bezahlbar bleiben
    Der wichtigsten Wettbewerbsvorteil des Verbrennungsmotor gegenüber dem Elektroantrieb (inklusive Akku) sind seine weitaus geringeren Herstellkosten. Saubere Dieselmotoren sind zwar technisch möglich, die Entwicklungskosten können jedoch nur auf die europäischen Käufer umgelegt werden. Alternativen sind gefragt.
  •  Herausforderung 4: CO2-Grenzwerte 2030
    Die Diskussion um die nächsten CO2-Grenzwerte wird bereits 2017 starten. Umweltgruppen plädieren für 75 Gramm pro Kilometer, das entspricht 3,2 Liter Benzin oder 2,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Da solche Werte physikalisch von großen und schweren Fahrzeugen nicht zu erreichen sind, werden sich Plug-in-Hybridfahrzeuge in den höheren Klassen auf breiter Front durchsetzen.
  • Herausforderung 5: Neue Kraftstoffe
    Vollständig CO2-neutrale Mobilität ist allein durch Elektrofahrzeuge vermutlich nicht bis 2050 zu erreichen. Hinter den Kulissen arbeiten Bundesumweltamt und Bundeswirtschaftsministerium daher bereits an einer Alternative: Diesel und Benzin können auch aus Wasserstoff und dem abgeschiedenen Kohlendioxid aus Stahl- und Zementwerken hergestellt werden.

Nachzulesen im Detail ist der Blickpunkt momentan nur für Abonnenten.

Nicht zu vergessen: Happy Birthday, liebe Automobilwoche-Redaktion. Ich bin stolz darauf, für Euch arbeiten zu dürfen. win

Vernetzte Welten

Ein Traditionsunternehmen wird 125 Jahre alt – und blickt nicht zurück, sondern nach vorne. Mit dem Jubiläumsheft „Vernetzte Welten“ hat das Fachmedienhaus Vogel Business Media genau dieses getan. Auf mehr als 200 Seiten schreiben Vogel-Fachjournalisten und externe Experten aus Wissenschaft und Industrie über die großen Trends der Zukunft: Wie können wir den digitalen Wandel gestalten, in Wirtschaft und Gesellschaft? Wie wird Industrie 4.0 unsere Produktions- und Arbeitswelt verändern? Mit welchen Fahrzeugen und Mobilitätskonzepten werden wir uns fortbewegen? Und wie werden wir zukünftig miteinander kommunizieren und voneinander lernen?

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In zehn Kapiteln, angefangen von der Connectivity über Big Data und Energy bis hin zur Innovation zeichnen die „Vernetzten Welten“ ein Bild von der Welt von morgen. Nach dem Prinzip „Online First“ publizierte der Verlag einzelne Artikel und ergänzende Berichte im Laufe seines Jubiläumsjahres auch online. Die Kapitel dienten darüber hinaus als Kategorien für den Vogel Leadership Award „Connected World“, mit dem herausragende Persönlichkeiten Ende September von einer hochkarätigen Jury ausgezeichnet wurden.

 

Das Projekt war ein Gemeinschaftswerk von Verlag, Autoren und vielen engagierten Mitstreitern. Als externe Chefredaktion durfte delta eta die Publikation betreuen. Das Kompendium ist als Printausgabe beim Verlag bestellbar und kann online als E-Paper oder als PDF unter der Adresse http://www.vernetzte-welten2016.de heruntergeladen werden.

Wir sagen: Danke und „Happy Birthday“, Vogel Business Media!

Feierabend für Nerds

INGOLSTADT. Einen langen Tag in einem Audi-Workshop zur Smart Factory der Zukunft verbracht. Dann endlich das ersehnte Feierabend-Bier. Passend für uns, eingeschenkt von einem Robo-Barkeeper. Ein tolles Beispiel für die Mensch-Roboter-Kollaboration, von der alle reden…

Fehlt nur die Sprachausgabe: „Wohl bekomm’s!“